Leitfaden — KI-MVP
Vom Use Case zum KI-MVP in 6 Wochen.
Kein Proof of Concept zum Anschauen, sondern eine Lösung, die in Woche 6 Arbeit übernimmt – mit Messwerten gegen die Ausgangslage. So läuft es ab, das gehört dazu, so wird es gefördert.
Die kurze Antwort
Ein KI-MVP ist die kleinste Lösung, die im Alltag echten Nutzen erzeugt. Wir begrenzen bewusst auf einen Use Case und eine Zielgröße, messen die Ausgangslage vor dem ersten Code und liefern nach sechs Wochen ein laufendes System plus die Zahlen, die belegen, ob es sich lohnt.
Stand: 22. August 2026
Wochenplan
Sechs Wochen, sechs Ergebnisse.
Schärfen & messen
Ein Use Case, eine messbare Zielgröße. Wir nehmen den Ist-Prozess auf und halten die Baseline fest: Minuten pro Vorgang, Vorgänge pro Woche, Fehlerquote. Ohne diese Zahl gibt es später keinen Beweis.
Daten & Durchstich
Zugänge, Schnittstellen, Beispieldaten. Am Ende der Woche läuft ein technischer Durchstich – hässlich, aber echt: Eingang rein, Ergebnis raus.
Kernlogik
Prompting, Retrieval, Regeln, Validierung. Getestet an echten Altfällen aus Ihrem Betrieb, nicht an Beispieldaten. Fehler werden systematisch klassifiziert.
Oberfläche & Kontrolle
Die Lösung wird bedienbar: Freigabeschritt, Korrekturmöglichkeit, Protokoll. Human-in-the-Loop ist Standard, nicht Option.
Pilotbetrieb
Echte Nutzer, echter Alltag, tägliche Rückmeldung. Wir schrauben an Genauigkeit und Bedienung, während gearbeitet wird.
Beweis & Übergabe
Zahlen gegen die Baseline, Dokumentation, Schulung, Betriebskostenübersicht – und eine klare Empfehlung: skalieren, anpassen oder einstellen.
Lieferobjekte
Was Sie in der Hand haben.
Abgrenzung
MVP oder Konzept?
| Konzeptprojekt | KI-MVP | |
|---|---|---|
| Ziel | Entscheidungsgrundlage auf Papier | Beweis im Betrieb |
| Dauer | 2–6 Wochen | 6 Wochen |
| Ergebnis | Dokument, Schätzungen | Laufende Lösung, echte Messwerte |
| Risiko | Annahmen bleiben ungeprüft | Annahmen fallen in Woche 3 |
| Sinnvoll wenn | Viele Stakeholder, unklare Priorität | Use Case ist klar, Nutzen soll belegt werden |
Geeignete Use Cases
Womit MVPs im Mittelstand funktionieren.
Angebots- und Kalkulationsvorbereitung
Zeichnung, Anfrage oder Leistungsverzeichnis rein – Angebotsentwurf raus, Freigabe durch den Fachmann.
Dokumenten- und Nachweisprozesse
Rechnungen, Lieferscheine, Zeugnisse, Pflegedokumentation: erfassen, prüfen, zuordnen, archivieren.
Telefon- und E-Mail-Annahme
Anrufe und Postfächer werden aufgenommen, klassifiziert, beantwortet oder weitergeleitet – inklusive Terminvergabe.
Internes Wissen durchsuchbar machen
Verträge, Rüstanweisungen, Handbücher und Mails werden zur Antwortquelle statt zum Ablagegrab.
Berichte und Auswertungen
Wiederkehrende Reports aus ERP-, CRM- oder Zeiterfassungsdaten entstehen automatisch, kommentiert und prüfbar.
Häufige Fragen zum KI-MVP
Was ist ein KI-MVP?+
Ein KI-MVP (Minimum Viable Product) ist die kleinste Version einer KI-Lösung, die im echten Betrieb einen Nutzen erzeugt. Nicht ein Prototyp zum Anschauen, sondern ein System, das in Ihrem Unternehmen tatsächlich Arbeit übernimmt – bewusst auf einen Use Case begrenzt, damit es in Wochen statt Monaten fertig ist.
Was kostet ein KI-MVP?+
Der Preis hängt an Datenanbindung und Anzahl der Schnittstellen, nicht am KI-Modell. Wir kalkulieren jedes MVP mit festem Umfang und festem Zeitrahmen, sodass die Summe vor dem Start feststeht. Über DKU (40 %, max. 20.000 €), ZIM oder – für den Schulungsanteil – QCG (bis 100 %) ist ein erheblicher Teil förderfähig. Den passenden Pfad prüfen wir im kostenlosen Fördercheck.
Warum 6 Wochen und nicht 6 Monate?+
Weil nach sechs Wochen jede Annahme des Konzepts an der Realität gemessen ist. Lange Vorprojekte verbrennen Budget, bevor irgendjemand weiß, ob der Use Case trägt. Fällt ein MVP durch, hat es sechs Wochen gekostet statt eines Jahresbudgets.
Was müssen wir als Unternehmen beisteuern?+
Eine verantwortliche Person mit Entscheidungsbefugnis, ein bis zwei Key-User aus dem Fachbereich für je wenige Stunden pro Woche, Zugriff auf echte Beispieldaten und die nötigen Systemzugänge. Mehr braucht es nicht.
Gehört uns das Ergebnis?+
Ja. Code, Prompts, Konfiguration und Dokumentation gehen an Sie. Es gibt keinen Lock-in an eine Plattform, die nur wir bedienen können.
Was passiert nach dem MVP?+
Drei Wege: Skalieren (weitere Standorte, Abteilungen, Volumen), Nachschärfen (Genauigkeit oder Bedienung verbessern) oder Einstellen. Wir sagen auch, wenn Letzteres die richtige Entscheidung ist – dokumentiert und begründet.