KIvolution

Leitfaden — Förderung

KI-Förderung 2026: welches Programm wofür.

Vier Programme decken praktisch jedes KI-Vorhaben im Mittelstand ab – mit sehr unterschiedlichen Quoten, Voraussetzungen und Antragswegen. Hier stehen sie nebeneinander, inklusive der Fehler, die Anträge scheitern lassen.

Die kurze Antwort

Qualifizierung läuft über QCG (bis 100 % Kurskosten), Umsetzung über DKU (40 %, max. 20.000 €), echte Entwicklung über ZIM (bis 55 %, bis 550.000 €), Beratung in Hamburg über die IFB (50 %, max. 7.500 €). Kombinierbar ist alles nacheinander – niemals dieselbe Ausgabe zweimal. Und immer gilt: Antrag vor Beauftragung.

Stand: 22. August 2026 · Angaben ohne Gewähr, maßgeblich sind die Richtlinien der Fördergeber

Programmvergleich 2026

Vier Wege, eine Entscheidung.

ProgrammZweckFörderquoteObergrenzeFür wenStelle
QCG – QualifizierungschancengesetzWeiterbildung der Beschäftigtenbis 100 % Kurskosten, bis 75 % Lohnkostenkeine Programmobergrenze, abhängig von BetriebsgrößeUnternehmen jeder GrößeAgentur für Arbeit
DKU – Digitalisierung & KI-UmsetzungUmsetzung konkreter KI-/Digitalprojekte40 % Zuschuss (Modul 1)max. 20.000 €kleine und mittlere UnternehmenBundesprogramm, Projektträger
ZIM – Zentrales Innovationsprogramm MittelstandEntwicklung mit technischem Risikobis 55 % Zuschussbis 550.000 € pro ProjektMittelstand, auch im Verbund mit ForschungBundesprogramm (BMWK)
IFB Hamburg / Hamburg Digital CheckBeratung und Standortbestimmung50 % Beratungszuschussmax. 7.500 €KMU mit Betriebsstätte in HamburgIFB Hamburg

Zuordnung nach Vorhaben

Was Sie vorhaben — was Sie beantragen.

QCG

Wir wollen Beschäftigte für KI qualifizieren

Schulungen zu KI-Grundlagen, Prompting, Datenschutz und fachspezifischen Anwendungen. Höchste Quote, geringste Antragshürde.

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DKU

Wir wollen eine KI-Anwendung einführen

Zuschuss auf die Umsetzung: Konzeption, Entwicklung, Integration und Einführung im laufenden Betrieb.

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ZIM

Wir entwickeln etwas technisch Neues

Für Vorhaben mit echtem Entwicklungsrisiko und Innovationsgehalt, auch als Kooperation mit einer Forschungseinrichtung.

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IFB Hamburg

Wir sitzen in Hamburg und stehen am Anfang

Beratungszuschuss für Standortbestimmung, Use-Case-Auswahl und Roadmap – der schnellste erste Schritt.

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Antragsweg

Sechs Schritte bis zum Bescheid.

01

Vorhaben schärfen

Ein Satz, der beschreibt, was nach dem Projekt anders ist – mit einer Zahl. Ohne diese Formulierung ist kein Antrag begründbar.

02

Programm zuordnen

Betriebsgröße, Standort, Art des Vorhabens und Zeitpunkt entscheiden über das Programm. Wir prüfen alle vier Wege gegeneinander.

03

Unterlagen zusammenstellen

Vorhabensbeschreibung, Kostenplan, Angebot, KMU-Nachweis, je nach Programm De-minimis-Erklärung.

04

Antrag stellen – vor Beauftragung

Der Antrag geht raus, bevor irgendein Vertrag unterschrieben wird. Erst der Bescheid, dann der Start.

05

Umsetzen und dokumentieren

Zeiten, Rechnungen und Ergebnisse werden laufend belegt – nicht rückblickend rekonstruiert.

06

Verwendungsnachweis einreichen

Nachweis über Ausgaben und Zielerreichung. Sauber dokumentierte Projekte kommen hier ohne Rückfragen durch.

Schritt für Schritt je Programm

Vier Workflows, konkret durchgezogen.

Der Antragsweg unterscheidet sich je Programm deutlich. Hier steht, was in welcher Reihenfolge passiert – von der Zielformulierung bis zum Nachweis.

QCG

Qualifizierung der Beschäftigten

Ihr Team soll KI im Alltag beherrschen – nicht nur in einer Abteilung.

  1. 01Qualifizierungsbedarf je Rolle beschreiben (wer, wofür, welches Ergebnis).
  2. 02Beratungstermin beim Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit vereinbaren.
  3. 03Qualifizierungsplan und Angebot des Trägers/Coaches einreichen.
  4. 04Bewilligungsbescheid abwarten – erst danach Coaching-Termine buchen.
  5. 05Coaching-Tage durchführen, Teilnahme und Inhalte dokumentieren.
  6. 06Abrechnung über die Agentur, Nachweis der Teilnahme je Beschäftigtem.
DKU

Umsetzung einer KI-Anwendung

Eine konkrete Anwendung geht in den Produktivbetrieb.

  1. 01Use Case mit messbarer Zielgröße festlegen (z. B. −60 % Bearbeitungszeit).
  2. 02KMU-Status und De-minimis-Spielraum prüfen (laufende drei Steuerjahre).
  3. 03Angebot des Dienstleisters plus Kosten- und Finanzierungsplan erstellen.
  4. 04Antrag beim Projektträger einreichen – vor jeder Beauftragung.
  5. 05Nach Bescheid: Umsetzung in Sprints, Zwischenstände protokollieren.
  6. 06Verwendungsnachweis mit Rechnungen, Zahlungsbelegen und Ergebnisbericht.
ZIM

Entwicklung mit technischem Risiko

Etwas entsteht, das es so am Markt nicht gibt.

  1. 01Innovationsgehalt und technisches Risiko sauber herausarbeiten.
  2. 02Stand der Technik recherchieren und Abgrenzung dokumentieren.
  3. 03Arbeitspakete, Meilensteine und Personalaufwand kalkulieren.
  4. 04Ggf. Kooperationspartner (Forschungseinrichtung) einbinden.
  5. 05Antrag beim Projektträger stellen; Antragsstopps und Budgetstände vorher prüfen.
  6. 06Nach Bewilligung: Stundenaufschriebe, Zwischenberichte, Schlussbericht.
IFB Hamburg

Beratung und Standortbestimmung

Klarheit, bevor Geld in Umsetzung fließt.

  1. 01Betriebsstätte in Hamburg und KMU-Status bestätigen.
  2. 02Beratungsziel und Umfang mit dem Berater abstimmen.
  3. 03Antrag bei der IFB Hamburg einreichen, Angebot beilegen.
  4. 04Nach Bewilligung Beratung durchführen (Analyse, Use Cases, Roadmap).
  5. 05Beratungsbericht als Nachweis erstellen.
  6. 06Ergebnis direkt in einen Umsetzungsantrag (DKU/ZIM) überführen.

Voraussetzungen

Wer gilt als KMU?

Die meisten Programme setzen den KMU-Status nach der EU-Empfehlung 2003/361/EG voraus. Entscheidend sind Beschäftigte in Vollzeitäquivalenten sowie Umsatz oder Bilanzsumme – und zwar inklusive Partner- und Verbundunternehmen. Genau daran scheitern Anträge von Betrieben, die zu einer Gruppe gehören.

KategorieBeschäftigte (VZÄ)JahresumsatzBilanzsumme
Kleinstunternehmen< 10≤ 2 Mio. €≤ 2 Mio. €
Kleines Unternehmen< 50≤ 10 Mio. €≤ 10 Mio. €
Mittleres Unternehmen< 250≤ 50 Mio. €≤ 43 Mio. €
ZIM-Sonderfall< 500keine feste Grenzeabweichende KMU-Definition des Programms

Bei Umsatz und Bilanzsumme genügt die Einhaltung eines der beiden Werte; die Beschäftigtengrenze gilt immer.

Was förderfähig ist — und was nicht

KostenpositionFörderfähigHinweis
Beratungshonorar externer Dienstleisterin der Regel jaKern jeder Beratungsförderung, Tagessätze werden oft gedeckelt.
Coaching- und Schulungstage für Beschäftigtein der Regel jaQCG-Kern; Lohnkosten während der Schulung anteilig möglich.
Konzeption, Entwicklung und Integration einer KI-Anwendungin der Regel jaUmsetzungsförderung (DKU, ZIM), inkl. Anbindung an ERP/DMS.
Personalkosten eigener Mitarbeiter im Projektin der Regel jaNur bei Programmen mit F&E-Charakter (ZIM), mit Stundenaufschrieb.
Laufende Lizenz-, API- und Hostingkostenin der Regel neinBetriebskosten gehören in die Wirtschaftlichkeitsrechnung, nicht in den Antrag.
Hardware und Endgerätein der Regel neinIn der Regel nicht oder nur eng begrenzt förderfähig.
Kosten vor dem Bewilligungsbescheidin der Regel neinVorzeitiger Maßnahmenbeginn – führt zur Ablehnung oder Rückforderung.
Interne Gemeinkosten ohne Nachweisin der Regel neinNur über zulässige Pauschalen des jeweiligen Programms.

Beispielprojekte aus der Praxis

Sechs geförderte Projekte, mit Zahlen.

Alle Projekte wurden über QCG Digital-Coaching gefördert. Volumen, Laufzeit und Ergebnis stammen aus den jeweiligen Projektsteckbriefen.

UnternehmenProgrammMaßnahmeVolumenDauerErgebnisAmortisationDetail
Metallverarbeitung, 38 MitarbeiterQCG Digital-Coaching10 Coaching-Tage + Zeichnungsanalyse-KI und Kalkulationsassistentca. 34.000 €12 Wochen−75 % Zeit pro Angebot, +22 % Auftragsquoterund 5 MonateCase ▸
Spedition & Logistik, über 420 MitarbeiterQCG Digital-Coaching16 Coaching-Tage + Tourenoptimierung, Fahrer-App, Dokumenten-KIca. 72.000 €14 Wochen−25 % Leerkilometer, −60 % Zeit für Frachtpapiereunter 9 MonatenCase ▸
Rechtsanwaltskanzlei, 26 MitarbeiterQCG Digital-Coaching12 Coaching-Tage + Aktenanalyse, Schriftsatz-Drafting, Fristenprüfungca. 46.000 €12 Wochen−40 % Zeit pro Mandat, +30 % Mandate je Berufsträgerrund 4 MonateCase ▸
Automotive-Zulieferer, über 380 MitarbeiterQCG Digital-Coaching16 Coaching-Tage + 8D-Report-KI, Sprach-Schichtübergabe, Auditvorbereitungca. 78.000 €16 Wochen−50 % Reklamationsquote, 0 Findings im IATF-Auditunter 12 MonatenCase ▸
Handelsunternehmen, über 360 MitarbeiterQCG Digital-Coaching16 Coaching-Tage + Angebots-KI und automatisierte Produkttexteca. 85.000 €18 Wochen+35 % Angebotsdurchsatz, +22 % Webshop-Conversionunter 8 MonatenCase ▸
Autovermietung, 32 Mitarbeiter, 6 StationenQCG Digital-Coaching10 Coaching-Tage + Foto-Schadenserkennung und digitale Übergabeprotokolleca. 38.000 €10 Wochen−80 % Streitfälle bei Rückgabe, Übergabe in 8 statt 20 Minutenrund 7 MonateCase ▸

Antragsunterlagen

Die Checkliste vor dem Antrag.

Vorhabensbeschreibung

Ausgangslage, Ziel mit Zahl, geplante Maßnahmen, erwarteter Nutzen.

Kosten- und Finanzierungsplan

Positionen, Eigenanteil, beantragter Zuschuss, Zeitliche Verteilung.

Angebot des Dienstleisters

Leistungsumfang, Tagessätze bzw. Festpreis, Laufzeit.

KMU-Nachweis

Mitarbeiterzahl in Vollzeitäquivalenten, Umsatz/Bilanzsumme, Verbund- und Partnerunternehmen.

De-minimis-Erklärung

Alle De-minimis-Beihilfen der laufenden drei Steuerjahre, programmabhängig.

Jahresabschlüsse

Meist die letzten zwei Geschäftsjahre, je nach Programm und Fördersumme.

Qualifizierungsplan (QCG)

Betroffene Beschäftigte, Rollen, Inhalte, Umfang der Maßnahme.

Bankverbindung & Zeichnungsberechtigung

Für Bescheid, Mittelabruf und Auszahlung.

Begriffe, die im Bescheid stehen

Förder-Glossar.

Vorzeitiger Maßnahmenbeginn
Jede Bestellung, Unterschrift oder Zahlung vor dem Bescheid. Führt regelmäßig zum Verlust der Förderung.
De-minimis
Beihilfe-Obergrenze pro Unternehmen über drei Steuerjahre. Wer sie ausgeschöpft hat, kann bestimmte Programme nicht mehr nutzen.
Zuwendungsfähige Kosten
Die Kostenpositionen, auf die die Förderquote angewendet wird – nicht das gesamte Projektvolumen.
Eigenanteil
Der Teil der zuwendungsfähigen Kosten, den Sie selbst tragen; muss liquide darstellbar sein.
Verwendungsnachweis
Abschließender Nachweis über Ausgaben und Zielerreichung, Grundlage für die endgültige Auszahlung.
Doppelförderung
Dieselbe Ausgabe in zwei Programmen abgerechnet – unzulässig und rückforderungspflichtig.

Häufige Ablehnungsgründe

Sechs Fehler, die Geld kosten.

Auftrag vor Bewilligung erteilt – der Anspruch entfällt vollständig.
Vorhaben zu vage beschrieben („KI einführen“) ohne messbare Zielgröße.
Dieselben Kosten in zwei Programmen abgerechnet (Doppelförderung).
Laufende Lizenz- und Betriebskosten als förderfähig eingeplant.
KMU-Status ohne Verbundunternehmen gerechnet – die Schwelle ist dann falsch.
Verwendungsnachweis erst am Projektende vorbereitet statt laufend.

Häufige Fragen zur KI-Förderung 2026

Welche KI-Förderung passt 2026 zu meinem Unternehmen?+

Das hängt am Vorhaben, nicht an der Branche. Geht es um Qualifizierung der Beschäftigten, ist QCG das stärkste Instrument (bis 100 % Kurskosten). Geht es um die Umsetzung einer konkreten KI-Anwendung im kleinen oder mittleren Unternehmen, ist DKU der Regelweg (40 % Zuschuss, max. 20.000 € in Modul 1). Bei echter Entwicklungsarbeit mit technischem Risiko greift ZIM (bis 55 %, bis 550.000 € pro Projekt). Sitzt das Unternehmen in Hamburg und steht Beratung am Anfang, ist der Hamburg Digital Check der IFB der schnellste Einstieg (50 %, max. 7.500 €).

Lassen sich mehrere Förderprogramme kombinieren?+

Nacheinander ja, für dieselbe Ausgabe nein. Eine Doppelförderung derselben Kosten ist ausgeschlossen. Üblich und zulässig ist die Staffelung: Beratung über IFB Hamburg, Umsetzung über DKU oder ZIM, Qualifizierung der Beschäftigten über QCG. Entscheidend ist, dass Ausgaben, Zeiträume und Nachweise pro Programm klar getrennt sind.

Muss der Antrag vor Projektbeginn gestellt werden?+

Ja. Bei allen hier genannten Programmen gilt: erst Antrag und Bewilligung, dann Auftrag und Projektstart. Wer vorher beauftragt, verliert den Anspruch – das ist der häufigste Grund für abgelehnte Anträge. Verträge, Bestellungen und Zahlungen dürfen also erst nach dem Bewilligungsbescheid erfolgen.

Wie lange dauert es von der Antragstellung bis zur Bewilligung?+

Das unterscheidet sich je Programm und Auslastung der Stelle. QCG läuft über die Agentur für Arbeit und ist der schnellste Weg, weil er an ein Beratungsgespräch gekoppelt ist. Regionale Beratungsprogramme wie der Hamburg Digital Check sind schlanker als Bundesprogramme; ZIM erfordert die ausführlichste Antragstellung, weil Innovationsgehalt und technisches Risiko dargestellt werden müssen. Verbindliche Bearbeitungszeiten nennen nur die Fördergeber selbst – wir prüfen den aktuellen Stand vor jedem Antrag.

Was kostet uns die Förderberatung?+

Der Fördercheck ist kostenlos: Wir prüfen Vorhaben, Betriebsgröße und Standort und sagen, welches Programm trägt – oder dass keines passt. Erst wenn ein Programm passt, sprechen wir über Antragstellung und Umsetzung.

Welche Unterlagen brauchen wir für einen KI-Förderantrag?+

In der Regel: Beschreibung des Vorhabens mit Zielen und geplantem Nutzen, Kosten- und Finanzierungsplan, Angebot des Dienstleisters, Angaben zu Betriebsgröße und Mitarbeiterzahl (KMU-Nachweis) sowie – programmabhängig – De-minimis-Erklärung und Jahresabschlüsse. Für QCG kommen Qualifizierungsplan und Angaben zu den betroffenen Beschäftigten hinzu.

Wird KI-Software selbst gefördert oder nur die Beratung?+

Beides ist möglich, aber über unterschiedliche Programme. Beratung und Konzeption laufen über Beratungsförderung wie den Hamburg Digital Check. Die Umsetzung – also Entwicklung, Integration und Einführung – ist Gegenstand von DKU und ZIM. Laufende Lizenz- und Betriebskosten sind in der Regel nicht förderfähig; sie gehören in die Wirtschaftlichkeitsrechnung, nicht in den Antrag.

Welches Programm trägt Ihr Vorhaben?